Am Himmelsfahrtstag machten wir uns gemeinsam auf den Weg. Wir, das waren drei Familien mit jeweils zwei Kindern, eine allein erziehende Mutter mit ihrem einjährigen Kind, sowie zwei ältere Ehepaare und ein Mann alleine. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen einem und 75 Jahren. Unser Ziel war das Kloster Heilig Blut in Aarle Rixtel in den Niederlanden bei Eindhoven.
Mit gemischten Gefühlen trafen wir uns auf dem Severinusplatz. Die meisten kannten sich nicht und wussten auch nicht genau auf was sie sich einlassen. Doch schon der erste Eindruck stimmte und so machten wir uns auf den Weg. Wir fuhren im Konvoi und so begann bereits unser Zusammengehörigkeitsgefühl. Unsere gemeinsamen Tage standen unter dem Motto: „Alt und Jung - gemeinsam miteinander - was sonst.“ So begannen wir den Tag mit einem

Morgenlob an der Mariengrotte mit Liedern und Gebet. Nach dem Frühstück machten wir uns auf, eine Stadt aus bunten Materialien zu bauen: Eine Stadt so wie wir sie uns wünschen. Da entstand z.B. eine Kirche mit einem großen Tor, offen für alle. Ein Kindergarten direkt neben einem Altersheim, wo sich die Bewohner und die Kinder gegenseitig besuchen. In die Wolken schrieben wir unsere Träume: wie z.B. > keine Ghettos < und > keine Ausgrenzungen <.
Die Kinder gestalteten eine Straße, einen Fußballplatz, eine Schule und viele bunte Schmetterlinge. Die Kinder erlebten ihre Eltern auf eine ganz neue Art und Weise, So war z.B. unser Sohn ganz stolz, mit seinem Papi einen großen

Bus zu basteln. Ich genoss die ungezwungene und wohltuende Atmosphäre. In unserem Miteinander tun kamen wir uns unweigerlich näher, was der Eine nicht konnte, da half ihm der Andere. Wir tauschten uns darüber aus, wie alte und junge Menschen miteinander leben können. Unsere freie Zeit verbrachten wir mit Radtouren, gemütlichem Beisammensein, singen und musizieren, einfach entspannen in der ruhigen Klosterwelt oder spazieren gehen. Viel zu schnell waren die Tage vergangen. Am Sonntag konnten wir

mit der Gemeinde und den Schwestern einen feierlichen Dankgottesdienst begehen, der Priester stimmte seine Predigt auf unser Projekt ab. Dann fiel es uns richtig schwer, uns von unserer Stadt zu trennen. Doch am Tag des Guten Lebens in Herzogenrath und zum Pfarrfest haben wir sie wieder aufgebaut, unsere Stadt.
Es tut gut, einmal über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und sich von den anderen bereichern zu lassen. Auch dieses Jahr treffen sich die KAB-Freunde wieder zu einer Wochendfahrt nach Aarle-Rixtel, diesmal im September. Wir sind gespannt welche neuen Erfahrungen wir 2008 machen werden.
M. Spies